Das historische Vorwort

Die Quellen der choreographischen Kunst in Weißrussland sind in den altertümlichen russischen und weißrussischen Bräuchen, Spielen, Reigentänzen, Volksfesten, in der Gesang, Tanz und Theater stark miteinander verbunden.
Schon im 12. Jahrhundert bei den Auftritten der Volksartisten (auf russisch "Skomoroch") hat der Tanz eine sehr wichtige Rolle gespielt, indem durch die Sprache des Tanzes verschiedenen Personagen und Charaktere dargestellt wurden. Für den feodalistischen Fürsten im 17.-18. Jahrhundert war das schon eine Sache des Stolzes und des Prestiges eine eigene Ballett-Truppe oder sogar ein Ballett-Theater zu besitzen.

Im 18. Jahrhundert gab es in mehreren weißrussischen Städten private Ballett-Theater, wie Tisengausen´s Ballett in Grodno, das Theater des Fürsten Radzivilis in Slutsk und Nesvige, des Fürsten Oginsky in Slonim, die Ballett-Truppe des Grafs Zoritsch in Schklov und des Grafs Tscernyschova in Mogilev. Die berühmten europäischen Choreographer - die russischen, weißrussischen, französischen, italienischen und polnischen Pädagogen - haben in diesen Theatern gearbeitet. Die talentierten weißrussischen jungen Frauen und Männer, welche die Kunst des Tanzen lernten, polierten ihre Tanztechnik auf und vertieften sie.

Nach der Oktober Revolution 1917 wurde in Minsk das National Ballett Theater gegründet und seit 1933 existiert das Weißrussische Staatliche Bolschoi Theater der Opera und des Balletts. Der Weißrußische Bolschoi gehörte zu den wenigen unzerstörten Gebäuden nach dem Zweiten Weltkrieg in Minsk. 80% der Gebäude wurden im Krieg in der Hauptstadt Weißrusslands zerstört und trotzdem stand das Theater in Ruinen und Asche als Symbol der unbesiegten, unsterblichen Musik- und Tanzkultur.
In der ehemaligen Sowjetunion gibt es über 50 Opern- und Ballett-Theater. Das ist bestimmt nicht wenig, wenn man danach urteilt, dass kein anderes Land so viele Bühnen dieser Art hat. Große Aufmerksamkeit widmen die russischen Ballettmeister der Weiterentwicklung des klassisches Tanzes. Sie bereichern ihn mit Elementen verschiedensten Schulen und mit einer Plastik, die sie dem Leben entnehmen. Sie pflegen die Traditionen, haben jedoch auf der Suche nach Neuem auch keine Angst vor dem Experimentieren.

Die russischen und weißrussischen Tänzerinnen und Tänzer genießen großen Ruhm und waren und bleiben in den Augen der Ballettwelt ein Beispiel höchster klassischer Kultur. Erzogen an den berühmten russischen, zutiefst menschlichen und poetischen Ballettwerken, erschließen sie dem Publikum die Schönheit der Welt und des Menschen. Nicht von ungefähr sagt man oft im Ausland wenn man etwas hoch bewertet: "Das ist schön wie das russische Ballett".

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Fotos:
© Karl-Heinz Schweiger